Kleber und Klebstoff Beratung

Caravan / Wohnwagen / Wohnmobil Reparaturen

Unfallschaden – Außenhaut aus Aluminium austauschen

Schnell ist es passiert, der Urlaub beginnt oder endet z. B. beim Rangieren des Caravans mit einer kleinen Unachtsamkeit. Ein Loch, ein Schlitzt oder ein größerer Schaden in der Außenhaut am geliebten Wohnwagen ist die Folge. Dies bedeutet, nach dem Urlaub muss das Fahrzeug in eine Fachwerkstatt.

Häufig ist der Schaden gar nicht so sehr groß und unterhalb der Zierleisten zu finden. Viele handwerklich geschickte Wohnwagenbesitzer trauen sich zu, eine Reparatur selber auszuführen. Oft stehen ja 50 Wochen bis zum nächsten Urlaub zur Verfügung, viel Zeit um sich zu informieren und die Arbeit auszuführen. Wobei auch hier einiges an Erfahrung bei solchen Reparaturen und in der Klebtechnik erforderlich Ist.

Geeignete Ersatzbleche können oft über den Fachhandel beschafft werden. Ebenso der spezielle Reparatur-Klebstoff – technicoll® Caravan-Kleber – der in spezialisierten Online-Shops erhältlich ist. Anschauliche Arbeitsvideos und Fotostorys werden zusätzlich mit angeboten. Den Austausch kleinerer Blechflächen traut sich manch ein versierter Heimwerker auch zu. Aber geübte Fachkräfte lassen sich nicht so einfach ersetzen.

Arbeitsschritte:

Von der oder den beschädigten Wohnwagenseiten müssen erst alle An- und Einbauteile wie Fenster, Luken und Klappen, Zierleisten usw. sorgsam und vorsichtig entfernt werden.

Das oder die beschädigten Alubleche müssen nun langsam und gefühlvoll abgeschält werden. Beim Schälen lässt sich das Blech vorsichtig vom Untergrund entfernen. Die Untergründe bestehen meist aus einem Holzfachwerk und PS-Hartschaumplatten (Polystyrol-Hartschaum, auch Styropor® genannt). Bei Fahrzeugen mit PUR-Hartschaum geschieht dies ähnlich, erfordert bei der späteren Klebung aber besonderes Augenmerkt. Damit sich der Klebstoff vom Untergrund löst, muss sehr sorgsam gearbeitet werden. In der Regel reißt zusätzlich zum Klebstoff eine feine Schicht Hartschaum und Holz mit samt dem Klebstoff vom Außenblech ab.

Wenn trotz aller Vorsicht beim Abschälen kleinere oder größere Stücke vom Hartschaum mit abgerissen werden, müssen diese natürlich verfüllt werden. Entweder schneidet man den Hartschaum im Loch bis zum Untergrund (Innendekorplatte) heraus und klebt ein neues passend geschnittenes Ersatzstück ein. Oder bei geringen Fehlstellen im Hartschaum oder flache Vertiefungen können mit dem Caravan-Kleber bei der Klebung des neuen Bleches ausgefüllt werden.

Wenn die neu zu beklebende Fläche vorbereitet ist, können die nächsten Arbeitsschritte vorbereitet und durchgeführt werden.

Das Ersatzblech sollte im fertigen Maß zugeschnitten werden und die Klebfläche muss gereinigt sein. Diese Originalbleche vom Caravan-Handel verfügen auf der Rückseite/Klebseite über eine kaum sichtbare Schutzlackierung (oft leicht bläulich oder grünlich). Diese Schutzschicht darf nicht beschädigt werden. Vor der Klebung muss diese Blechseite aber unbedingt sorgfältig von Schmutz, Ölen, Fetten, Stäuben und anderen trennenden Substanzen gereinigt sein. Solche Reinigungen dürfen nur mit einem Mittelerfolgen, welches die Schutzlackierung nicht angreift oder schädigt. Der in seiner Formulierung speziell abgestimmte Kunststoffreiniger in Spraydosen, technicoll® 9902, erbringt hier eine hervorragende Reinigungswirkung. Der Reinigungsprozess mit einem Wischtuch aus Papier darf nur im Einmalverfahren, also ein Wisch und weg, erfolgen. (Wie der Gebrauch eines WC-Papiers). Bei einem hin und her Wischen wird der Schmutz usw. wieder neu verteilt.

Der Caravan-Kleber verfügt über zwei besondere Eigenschaften. Er ist thixotrop, also standfest eingestellt, damit er an senkrechen Flächen nicht abläuft und den Boden nicht verschmutzt. Auch gewährleistet dies, dass ein gleichmäßiger Klebstoffauftrag an der senkrechten Fläche erfolgt. Die zweite besondere Eigenschaft liegt darin, dass dieser Kleber beim Aushärteprozess sein Volumen erweitert (er schäumt etwas auf) um Maßtoleranzen und Hohlräume auszufüllen. Dieser Kleber auf Basis PUR (Polyurethan) gehört zur gleichen Produktfamilie wie die vom Caravanhersteller zur Produktion der Seitenwände verwendeten Klebstoffe.

Das Aufschäumverhalten ist in Abhängigkeit zur Auftragsmenge und Schichtdicke des Klebstoffes, dem Feuchtigkeitsangebot und der Umgebungstemperatur zu bewerten. Da der Härteprozess und das Aufschäumen mittels Feuchtigkeit / Wasser erfolgt, sind die jeweiligen Mengen an Kleber und aufgesprühtem Wasser von entscheidender Bedeutung. Die Temperatur der Umgebungsluft und der Werkstoffe wirken zusätzlich ein. Als Basistemperatur gilt die übliche Raumtemperatur um +20 °C bis +23 °C. Kühlere Temperaturen verlangsamen die Härtegeschwindigkeit und verringern das Aufschäumverhalten. Temperaturen um und unter +/-0 Grad stoppen die chemische Reaktion. Höhere Temperaturen verkürzen die Verarbeitungszeit, beschleunigen die Härtegeschwindigkeit und intensivieren das Aufschäumverhalten. Die empfohlene Verarbeitungstemperatur von +15 °C bis +30 °C muss eingehalten werden.

Klebstoffauftrag

Dieser mit Feuchtigkeit härtende Caravan-Kleber wird in handelsüblichen 310 ml Kunststoffkartuschen (vergleichbar zu üblichen Modellen wie bei Silikonkautschuk) angeliefert. Diese Kartuschen können sowohl mit üblichen Handauspresspistolen als auch mit Druckluft betriebenen Auspresspistolen verarbeitet werden. Da der Kleber thixotrop (standfest) eingestellt ist, genügt es diesen raupenförmig im Wellenmuster auf der senkrechten Caravanwand aufzutragen. Diese wellenförmig applizierten Kleberraupen lassen sich ganz leicht und einfach mit einer gezahnten Spachtel, wie ihn Bodenleger verwenden, gleichmäßig über die Fläche verteilen. Im Gegensatz zu hochviskosen, pastösen Klebstoffen ist dieser thixotrope Kleber weich und geschmeidig und kann somit ohne viel Kraftaufwand flächig verteilt werden. Bei Vertiefungen darf ruhig mehr Klebermasse aufgebracht werden. Beim Härteprozess dringt der Kleber in alle Ritzen dieses Wandelements ein. Je nach Dichte der PS-Hartschaumplatten (Styropor®) kann der Klebstoff sogar zwischen die Kügelchen eindringen.

Nachdem die benötigte Klebstoffmenge zügig und gleichmäßig verteilt wurde, muss auf diese Schicht eine ausreichende Menge Wasser aufgesprüht werden. Je nach Größe der Klebfläche kann dies mittels einer sog. Sprühflasche, einer Pumpflasche oder mit dem feinen Sprühnebelstrahl aus einem Gartenschlauch erfolgen. Sobald dieses Wasser mit dem Klebstoff in Kontakt kommt beginnt die chemische Reaktion, also die Härtung des Klebers. Jetzt muss sehr schnell das neue glattgezogene Alublech aufgelegt werden. (Achtung: Eine Wellenbildung des Bleches muss unbedingt vermieden werden.) Hilfreich ist es, am oberen Rand des Bleches wenige Nägel zur Fixierung einzuschlagen, damit die Bleche nicht nach unten rutschen können.

Jetzt ist wichtig ohne Zeitverlust die Holzplatte als Gegen- und Fixierdruck anzubringen und zu verspreizen. Die chemische Reaktion, also die Härtung hat nun begonnen. Auch wenn der Kleberhersteller labormäßig eine erste Festigkeit nach 3 Stunden bei +20 °C bis +23 °C angibt, ist es angeraten die reparierten Bereiche gut 8 – 12 Stunden ruhen zu lassen. Einzelne Bereiche mit höherem Kleberanteil oder zu wenig Wasseranteil können evtl. langsamer aushärten.

Ganz wichtig zu beachten: Keinen ungewollten Klebstoff auf die Sichtseite des Bleches bringen (z. B. durch mit Kleber verschmutzte Finger / Handschuhe). Diese Klebstoffmengen können nur noch mechanisch (schneiden, schleifen) entfernt werden. Hier helfen keine Lösemittel, Verdünner oder andere Reinigungsmittel.

Zusatzinformation

Ungleichmäßige Auftragsmengen des Klebstoffes, sowie variable Wasserzugaben können zu unkontrolliertem Aufschäumverhalten und zu ungewollten Ausbeulungen der neu aufgeklebten Bleche führen. Da bei den handwerklichen Arbeitsverfahren keine exakt gleiche Auftragsschichtdicke des Klebers zu erreichen ist, muss mit den oben genannten Gegendruck gearbeitet werden. Deshalb ist es zwingend notwendig, bis zur Aushärtung eine passende Gegendruckplatte zu verwenden. Wenn keine entsprechende Anpressvorrichtung (wie in Fachwerkstätten) zur Verfügung steht, werden hier üblicher Weise kräftige Holzplatten (Sperrholz usw.) verwendet. Um eine ausreichende, gleichmäßige Fixierung bis zur Aushärtung sicher zu stellen, kann diese Gegendruckplatte mittels vorher passend geschnittenen Holzbalken gegen ein Mauerwerk (Garagen- oder Werkstattwand) abgestützt werden. Dadurch, dass der Kleber expandiert, also aufschäumt, werden Unebenheiten und Vertiefungen ausgefüllt und die Gegendruckplatten ermöglichen eine glatte, ebene Außenhaut des Bleches.

Weitere Arbeiten nach erfolgter Klebung

Nach ca. 12 Stunden kann die Fixierhilfe, also die Holzplatte/n vorsichtig entfernt werden. Aussparungen für Türen, Fenster und Luken lassen sich nun ausfräsen. Die vorher entfernten Anbauteile wie Tür- und Fensterrahmen, Luken und Durchführungen, sowie Zierleisten können nun wieder an- bzw. eingebaut werden. Es ist ratsam auf diese Teile eine dauerelastisch bleibende Dichtungsmasse, z. B. auf Basis Butyl (auch spritzbares oder abtupfbares Dichtband genannt) aufzubringen. Austretende Überschussmengen dieser Butyldichtmasse lassen sich sofort leicht und einfach abtupfen.

Dieser Reparaturvorgang klingt einfach, aber es ist Erfahrung und Sorgfalt bei der Arbeit angesagt. Der Hersteller vom Caravan-Kleber bietet online auch ein Video und eine Fotostory zu dieser Arbeitsausführung an.


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